Bitterkeit

Immer wieder schreibt das Leben
uns die gleichen Stories auf.
Alles hat sich schon begeben,
stets nahm es den gleichen Lauf.

Bist du die, die herzlich liebte,
werden andre dich betrügen.
Es ist, als ob der Teufel übte,
nichts gibt es außer Lügen, Lügen.

Du bist nicht treu, jedoch mit Charme –
zu Füßen liegen dir die andern!
Am End bleibt für sie bittrer Harm,
denn du wirst gehen, weiter wandern …

Ist das – oh Gott! – Gerechtigkeit?
Lohnt sich, ein ehrlich Herz zu schenken?
Belohnung ist für Liebe weit,
da kannst du noch so dich verrenken.

Sei schlecht und lass‘ die andern leiden!
Am besten lachst du über sie!
Lern‘ schnell, an Tränen dich zu weiden …
Und liebe selber besser nie!


Eine kleine Libelle

Ich wünschte einmal, ich könnte dir
eine kleine Libelle schicken.
Sie umschwirrte dein Haupt,
zart zirrend mit luftigen Flügeln,
wippte sie in der Luft,
du würdest sie bemerken.

Die kleine Libelle, dachte ich mir,
zög im Flug deine Blicke auf sich.
In einem Winde sich wiegend
den es nicht gibt, wiewohl du ihn spürst,
schwebt sie lautlos am Ort,
und du stauntest sie an.

Ich wünschte, die kleine Libelle
streifte dein Herz, erweckt‘ Phantasie,
ganz leicht nur das Denken berührend.
Ein Hauch fernen Glücks entsteht und verweht.
Ich wollt‘ es erzwingen …
Doch du liebst mich nie.


Liebesgeständnis

Ich liebe dich so sehr,
mein Herz, ich will dir sagen,
du gibst unendlich mehr
als meine Wünsche tragen.

Dabei bist du nur da,
du musst dich nicht bemühen.
Ich sage tausendmal dir „Ja“,
werd‘ noch in tausend Jahren glühen,

für dich, Geliebter, liebster Mann!
Bist du auch oft mir spröde,
so sehe lächelnd ich dich an,
kenn‘ deine Freuden, deine Nöte

an jedem noch so tristen Tag
der Mühsal und des Ungewissen.
Ich lieb dich, weil ich dich so mag,
möcht‘ deine Nähe nie vermissen.


Sinnlose Leere

Wie macht man das am besten
ein Leben ohne Sinn zu leben?
Treibend der Leere zuzustreben?
Stets haben wollen, niemals geben,
zu wählen Dunkel statt des Lichts,
ein Leben, angefüllt mit NICHTS?

Zu grollen noch den letzten Resten
eines Verstandes, der sich müht,
zu wissen, was der Welt geschieht,
warum verdorrt, warum erblüht
das eine und das andre nicht?
Schamlos nichtssagend das Gesicht?

Wie lebt man Leben voller Leere?
Kann NICHTS ein Leben füllen?
Kann es befried‘gen jenen Willen
nach, sich zu stellen auch der Schwere?
Bringt es, zu leben ohne Sinn,
nicht jedes Sein um den Gewinn?


 

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